★★★★☆
Vielschichtig!
Rasch wird der arabische Arbeiter, der unmittelbar davor auf dem Balkon Malerarbeiten ausführte, der Tat verdächtigt.
Dies die Ausgangslage, auf der Bestseller-Autorin Ayelet Gundar-Goshen aufbaut und in gewohnt gekonnter Manier beschreibt, was dies in der Folge alles auslöst. Gekonnt, empathisch und mit präziser Beobachtungsgabe beschreibt sie die Gefühlslagen der betroffenen Protagonisten messerscharf.
Das Ende lässt einem jedoch etwas ratlos zurück, weshalb ich mich nicht zu einer 5 Sterne-Bewertung durchringen konnte.
Inhalts-Beschreibung (Autorin/Verlag):
Ayelet Gundar-Goshen inszeniert einen inneren Konflikt, der die Figuren und Lesenden gleichermaßen in seinen Bann zieht. Und sie schafft davon ausgehend ein packendes Psychodrama über Schuld und Rache, über die Flucht vor Verantwortung und über Mitgefühl, das sich an unerwarteten Orten zeigt.
Naomi ist nicht begeistert, als sie sich allein mit ihrem einjährigen Sohn Uri und einem arabischen Handwerker in ihrer Wohnung in Tel Aviv wiederfindet. Ihr Mann Juval hat ihn mit der Renovierung ihres Balkons beauftragt, während er selbst bei der Arbeit ist. Sie fühlt sich unwohl in der Präsenz des fremden Mannes, zumal Uri eigentlich seinen Vormittagsschlaf halten sollte und allmählich quengelig wird.
Während sie Kaffee zubereitet, entsteht plötzlich auf der Gasse vor dem Haus ein Aufruhr, ein Teenager ist von einem herabstürzenden Hammer erschlagen worden. Naomi wird schnell klar, dass ihr Sohn den Hammer in einem unbeaufsichtigten Moment vom Balkon gestoßen haben muss.
Doch der Verdacht fällt nicht auf die israelische Familie, sondern auf den arabischen Arbeiter. Als er wenig später zum Verhör abgeführt wird, ist Naomi wie gelähmt, es gelingt ihr nicht, die Wahrheit zu sagen. Eine Geschichte, die mit einer harmlosen Tasse Kaffee beginnt, wird zu einer gefährlichen Tour zwischen Stadt und Dorf, bei der keiner der Beteiligten so bleibt, wie er war.
